Was ist der Grund für den Wirtschaftsaufschwung 2010/2011?

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Die großen Medien berichten seit einigen Monaten, dass die größte Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg überstanden ist. Die Politik betet das ja auch vor. Einige Journalisten wundern sich zwar, dass nach all den Bankenpleiten und Beinahe-Staatsbankrotten sich alle Probleme plötzlich in Luft aufgelöst haben, und im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird immer wieder mal die Frage gestellt, ob der Aufschwung wohl an den Arbeitnehmern vorbei geht, aber insgesamt ist man sich einig: Die Krise ist überstanden, weil die Wirtschaft brummt.

Tatsächlich ist eine anziehende Konjunktur keineswegs ein Beweis dafür, dass eine Systemkrise überwunden wurde. Sie kann im Gegenteil ein Anzeichen dafür sein, dass so eine Krise in ihre nächste Phase eingetreten ist.

Der Wirtschaftsaufschwung hat zwei Gründe

Ein Grund ist das Schnüren der Rettungspakete aus Krediten und Bürgschaften für Banken und Staaten. Für diese Rettungspakete wurden und werden unglaublich große Mengen an Geld in den Umlauf gebracht. Dieses Geld landet zunächst bei den Banken und wird von dort aus in reale Werte investiert. Von diesem Geld werden Immobilien gekauft und Unternehmen, Schiffe, Flugzeuge, Eisenbahnen, Autobahnen, Wasserleitungen und letztlich auch ganz normale Konsumgüter wie Autos oder Fernseher oder selbst genutztes Wohneigentum.

Der zweite Grund ist die Flucht aus Geldanlagen zugunsten von Investitionen in reale Werte. Wer sich ein wenig mit dem Geldsystem auskennt - und das trifft auf nicht wenige Privatanleger zu - weiß, dass es mit Notwendigkeit kollabieren muss und dass nach einem Crash das Geld nichts mehr wert sein wird. Diese Leute kaufen sich zunehmend Wertbeständiges und treiben damit die Umsätze in die Höhe.

Für einen Trend hin zu realen Werten muss aber keineswegs ein Crash bevorstehen. Insbesondere die institutionellen Anleger schwenken sofort um, sobald die Inflationsrate das allgemeine Zinsniveau erreicht - oder umgekehrt, sobald das Zinsniveau unter die Inflationsrate fällt.

Der Grund für die positive Konjunktur der Wirtschaft 2010/2011 ist also eine Mischung aus Kredit getriebenen Investitionen und ein beginnender, aber bereits deutlich erkennbarer Crack-Up-Boom
Katastrophenhausse). Die gesamte anziehende Wirtschaft in Deutschland und Europa - aber auch in den meisten der anderen Industriestaaten - beruht somit auf dem zunehmenden Misstrauen von Geldanlegern und in noch höherem Ausmaß auf Krediten, die von Regierungen aufgenommen worden sind und wegen der Bürgschaften in den nächsten Jahren noch aufgenommen werden.

Wer nun meint, dass die Schuldenorgie der deutschen Regierung eine geeignete Maßnahme zur Überwindung der Krise gewesen sei, sollte nicht vergessen, dass Deutschland neben den Zinszahlungen für die (aktuell) griechischen und irischen Kredite  auch für die eigenen Schulden Zinsen zahlen muss und dass der deutsche Staat schon seit über zwanzig Jahren permanent neue Kredite aufnimmt, um damit die Zinsen für bestehende Kredite zu zahlen.

Dass die Wirtschaftsjournalisten des Mainstream die hier genannten Ansichten nicht einmal in Erwägung ziehen, sollte den Leser nicht irritieren. Diese Journalisten gehen unbeirrt von eigenen unzulänglichen Argumenten ihren vorgegebenen Weg. Von denen hat sich noch niemand zu dem Widerspruch geäußert, dass Deutschland einerseits im Gegensatz zum Ausland die Krise so gut überstanden hat, andererseits aber dieser Aufschwung zum größten Teil von Exporten herrührt.

Das System geht dem Ende entgegen. Der ganz große Crash steht uns noch bevor.

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