Bekomme ich an Gehalt das Geld, das ich verdiene?
Das Einkommen ist besonders für Arbeitnehmer immer ein interessantes Thema. Über die Höhe des eigenen Gehalts spricht man aber nicht. Daher fragt der fleißige Werktätige sich nur im Stillen, ob er wohl das an Gehalt bekommt, was er eigentlich verdient. Dies insbesondere mit Blick auf die Bankangestellten, die selbst dann noch üppige Gehälter plus Boni kassiert haben, als ihre Arbeitgeber mächtig Verluste machten.
Die Antwort auf die Frage lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Nein.
Wie in meinem Beitrag über die Geldschöpfung zu lesen ist, entsteht Geld durch Verschuldung. Die Erschaffung des Geldes hat daher absolut nichts mit der Leistung der Wirtschaft oder der Leistung eines Individuums zu tun. Somit ist auch die Geldmenge insgesamt völlig abgekoppelt von jeder Arbeits- und Wirtschaftsleistung.
Die Verteilung des geschaffenen Geldes auf die Marktteilnehmer unterliegt einer ganzen Reihe von Faktoren und Bedingungen - aber erbrachte Leistungen jeglicher Art gehören absolut nicht dazu. Jens Berger beschreibt in einem Beitrag auf den Nachdenkseiten das höchste Einkommen eines einzelnen Menschen: 416 Millionen US-$ pro Monat (im Durchschnitt eines Jahres). Dieser John Paulson hat sicherlich jeden Monat gearbeitet, aber selbstverständlich hat er diese 416 Millionen Dollar nicht 'verdient'.
Geld wird wird nicht erarbeitet, sondern ungerecht verteilt
Das mag enttäuschend sein für Leute, die bislang stolz darauf gewesen sind, wie viel ihre Arbeit wert ist oder die empört darauf verwiesen haben, wie viel Steuern sie zahlen müssen. Es mag beruhigend sein für Leute, die wenig verdienen und sich damit trösten können, dass der Grund für ihr geringes Einkommen nicht von einer niedrigen persönlichen Leistungsfähigkeit herrührt.
Fakt ist jedenfalls, dass die Höhe des Einkommens rein gar nichts mit der eigenen Leistung zu tun hat, weshalb man auch nicht nach der erbrachten Arbeitsleistung bezahlt werden kann.
Somit bekommt niemand an Gehalt das Geld, das er tatsächlich verdient.

